Das Internet vergisst sehr wohl und auch digitale Speicher werden unlesbar. Martin Kunze sammelt deshalb das Weltwissen in einem alten Bergstollen.
Vergänglichkeit von Speichermedien:Das Gedächtnis im Berg Mit einem Ruck setzt sich die Grubenbahn in Bewegung und taucht in die Dunkelheit ein. Ein alles übertönendes Brummen setzt ein, das die nächsten drei Minuten nicht aufhören wird. In Schrittgeschwindigkeit rollt der kleine Zug durch einen nicht endenden wollenden Stollen. Etwa alle zehn Meter erhellt ein Scheinwerfer die Wände. Es sieht aus, als würde man durch weiße Ringe fahren.
Wenn man Kunze zuhört, glaubt man ihm sofort, dass er eine Mission hat. Die Frage ist, inwieweit seine Mission auch ein gutes Geschäft ist. Ein paar Meter von der Endstation der Grubenbahn entfernt steht Kunzes Archiv, unscheinbar an der Wand des Stollens. Das „Memory of Mankind“, also „Gedächtnis der Menschheit“, kurz: MOM. Viel ist davon bisher noch nicht zu sehen. Spärlich beleuchtet von einer einzelnen Glühbirne, stapeln sich etwa 100 gelbe Kisten aus Ton.
Um dem entgegenzuwirken, verwendet Kunze Keramiktafeln aus glasiertem Ton, die er selbst bedruckt. Er nimmt eine Tafel heraus, darauf zu sehen ist der „Svalbard Global Seed Vault“, ein Saatgutspeicher auf der norwegischen Insel Spitzbergen, der Saatkörner für einen Katastrophenfall aufbewahrt. Kunze klopft auf die Tafel, es erklingt ein hoher Ton. „Diese Tontafeln sind temperatur-, säure-, druck- und korrosionsbeständig, theoretisch halten sie über eine Million Jahre.
Das MOM soll wichtige Informationen aus unserer Zeit aufbewahren. Neben Zeitungsartikeln sind das auch kulturelle Schätze, wie der Roman „Ulysses“ des irischen Schriftstellers James Joyce oder historische Dokumente wie die österreichische Verfassung. Kunze hat sie zu ihrem 100-jährigen Bestehen im Jahr 2020 in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Kanzleramt im MOM eingelagert.
Kunze hält dagegen: Das Einlagern in sein Archiv kostet je nach Herkunft unterschiedlich viel, ein Mensch aus Angola zahlt weniger als aus den USA. Zweitens ist ihm wichtig, dass in seinem Archiv nicht nur „offizielle“ Informationen aufbewahrt werden, sondern auch „persönliche“.
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