Seit drei Jahren arbeitet der Synodale Weg, eine Versammlung von Katholik:innen, an einer Reform der Kirche. Wie weit werden sie kommen?
Reform der katholischen Kirche:Der feste Glaube an Veränderung Seit drei Jahren arbeitet der Synodale Weg, eine Versammlung von Katholik:innen, an einer Reform der Kirche. Wie weit werden sie kommen?Mara Klein tritt in die Pedale, düst an Backsteinvillen und Baustellen vorbei über das Unigelände in Münster. Es ist Herbst, an diesem Montagmorgen leuchten die gelben Blätter in einer müden Sonne.
Etwa 230 Katholik:innen, darunter alle 69 deutschen Bischöfe, viele Ordensleute und Ehrenamtliche, die wie Mara Klein von katholischen Verbänden delegiert wurden, sitzen seit 2020 in diesem Prozess in verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen. Ausgangspunkt war die Frage, wie systemische, sexualisierte Gewalt in der Kirche verhindert werden kann. Die Deutsche Bischofskonferenz und die Organisation der Lai:innen, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken , finanzierten den Prozess.
Den Synodalen Ausschuss, der sich nun am Wochenende in Essen trifft und der die 2020 begonnene Mitbestimmung verstetigen soll, versuchte ein Grüppchen konservativer Bischöfe komplett zu verhindern. In der Bischofskonferenz konnten sie im Juni die notwendigen Gelder blockieren – denn deren Satzung verlangt Einstimmigkeit. Sie schrieben nach Rom.
Dann kommt das Studium, Englisch und katholische Theologie auf Lehramt. Wie in allen Berufen der katholischen „Verkündigung“ darf auch bei Religionsleher:innen der Ortsbischof mitreden. So sehen es die Staatskirchenverträge vor. Nicht nur inhaltliche Positionen, auch die persönliche Lebensführung spielte lange eine Rolle für die Erteilung der „Missio canonica“.
Doch Klein konstatiert nach drei Jahren Reformprozess auch: „Umfassende und ausreichende Reformen? Nein, da sind wir zum Teil gescheitert.“ Wenn Klein schweigt und nachdenkt, hört man im Hintergrund einen Vorschlaghammer wummern, von der Baustelle gegenüber. „Eine kleine Minderheit“, sagt Klein mit Blick auf antireformatorische Kräfte, „die keine Ahnung hat und sich nicht am Diskurs beteiligt, kann den Weg versperren. Das Problem ist Machtmissbrauch.
Hoch über dem Tal des Rheins und dem Städtchen Rüdesheim liegt die Benediktinerinnenabtei Sankt Hildegard. Eine wuchtige Burg aus dunklen Steinen, inmitten der südhessischen Weinberge. Die Trauben sind längst geerntet, es regnet. Im Tor steht Philippa Rath, 68 Jahre alt, Kopftuch, eisblaue Augen. „Ich bewundere Mara Klein“, sagt Philippa Rath. Sie selbst habe über den Synodalen Weg viel dazugelernt, sei der queeren Gemeinschaft gegenüber offen. Die Ordensfrau gendert beim Sprechen. Doch Rath hat als Synodalin einen eigenen Fokus. „Mehr als die Hälfte aller Katholiken sind Frauen, sie leisten die meiste Arbeit in der Kirche, haben aber kaum bis keinen Anteil an der Entscheidungsgewalt und der Verantwortung. Das ist der eigentliche Skandal.
2019 gründete Philippa Rath das Catholic Womens Council mit, 2020 folgte sie dem Ruf der Deutschen Ordensobernkonferenz in den Synodalen Prozess. „Die Kirche bewegt sich für viele viel zu langsam, aber wir Benediktiner:innen haben als ältester Orden einen sehr langen Atem.“ Wie zum Beweis deutet sie um sich, auf die jahrhundertealten Räume.
Will eine harte Debatte über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche: Johannes Norpoth Foto: Stefan Hunglinger Norpoth ist Lobbyist im Ehrenamt geworden, weil er als Kind Ungeheuerliches erlebte, wie er erzählt. Das Schreckliche sei dabei aber immer schon vermengt gewesen mit schönen Erfahrungen. Als „Hochphase der kirchlichen Jugendarbeit im Essener Norden“, erinnert Norpoth, ein studierter Soziologe, die 70er Jahre. Er beschreibt eine bis dahin kaum bekannte neue Form der Eigenverantwortung und Mitbestimmung. Ähnlich dem, was Mara Klein im Erzgebirge ebenfalls erlebt hat.
Strafrechtlich sind die Taten verjährt Strafrechtlich sind die Taten, die Norpoth dem Kaplan vorwirft, verjährt. Norpoth will aber zumindest erreichen, dass der Mann kirchenrechtlich verurteilt wird. 2014 sagt Norpoth vor fünf Kirchenmännern aus, eine Zumutung. „Der damalige Offizial des Erzbistums Köln hat meinen Fall nach Rom gemeldet. Er urteilte, dass mein Fall nicht plausibel sei, weil ich so neutral über die Tat berichten konnte.
Beim Synodalen Prozess hatten die Betroffenen zunächst nur einen Gaststatus mit Rederecht. „Aus Angst davor, dass die Delegierten die Schilderungen von Betroffenen hören müssen.“ Doch eine Gruppe von Synodal:innen wirkte darauf hin, dass sich das mittlerweile geändert hat.
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