Demenz und Alzheimer in Ghana: Die vergesslichen Hexen

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Demenz und Alzheimer in Ghana: Die vergesslichen Hexen
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Ghanas Bevölkerung wird immer älter, mit Begleiterscheinungen wie Alzheimer und Demenz. Doch in Dörfern werden diese Krankheiten oft für schwarze Magie gehalten – und die Alten in Hexencamps abgeschoben.

Issaku Shaibus Schicksal ist besiegelt, das Urteil gesprochen: Der 71-Jährige ist ein Hexer, verstoßen von seiner eigenen Familie. Er sitzt auf einer schmalen Bank aus Holz, um ihn herum reges Treiben, doch Shaibu starrt ins Leere. Er rückt seine Mütze zurecht, sie sitzt nun kerzengerade über seinen Augenbrauen, immerhin ein Stück Ordnung. Doch seine Welt ist aus den Fugen, über Nacht ist alles verloren gegangen.

Und dann war da noch die Sache mit der Hose. Als Shaibu ankam, wies ihn der Sohn des Chiefs an, durchs Camp zu laufen. »Wir machen das, um ein Zeichen von den Geistern heraufzubeschwören«, sagt Prinz Amidu. »Ich hatte große Angst«, sagt Shaibu. Dann passierte es: Er nässte sich ein. »Das war ein sehr deutliches Zeichen«, lacht der Sohn des Chiefs, »die Geister haben gesprochen.

Mindestens sechs Hexencamps gibt es mittlerweile im Land. Sie bieten den beschuldigten Hexen einen Zufluchtsort, Schutz vor Gewalt in ihren Heimatdörfern. Doch sie sind auch hochumstritten in Ghana: Die Chiefs verdienen ordentlich an den Ritualen, ihnen wird Ausbeutung der hilflosen Bewohner vorgeworfen.

»Sie haben uns Alte sowieso auf dem Kieker gehabt, weil wir uns manchmal nicht so benehmen, wie sie es wollen«, erzählt Tonjong. Dann wird sie ungehalten, regt sich auf. Die Frau neben ihr legt die Hand auf Tonjongs Arm, redet mit ruhiger Stimme auf ihre Mitbewohnerin ein. Die Tröstende ist Anführerin der Bimoba im Camp, einer ethnischen Gruppe in Ghana.

Es gibt inzwischen ganze Forschungsarbeiten zu den Hexenprozessen und der Frage, warum vor allem alte Frauen beschuldigt werden. Eine Erklärung lautet: Vor der Kolonialzeit hatten sie wichtige Rollen in der Gemeinschaft inne, sie waren respektiert und geehrt. Doch als mit der Ankunft der Missionare und englischen Truppen das soziale System implodierte, verloren die Rentnerinnen ihre Stellung im Dorf.

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